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Seen/Unseen
Ort: Gallery NeonBazaar - Gruppenausstellung
Datum: 23.05-20-06.2026
Die Gruppenausstellung Seen / Unseen widmet sich dem Spannungsfeld zwischen dem Sichtbaren und dem Verborgenen. Die gezeigten Arbeiten untersuchen, was wir wahrnehmen – und was sich unserer direkten Sicht entzieht. Dabei geht es nicht nur um das, was sichtbar dargestellt wird, sondern auch um das, was im Hintergrund wirkt: Strukturen, Spuren, Abwesenheiten und Zwischenräume. In einer Zeit, die von einer stetig wachsenden Bilderflut geprägt ist, richtet die Ausstellung den Blick auf die Frage, wie Wahrnehmung entsteht und wie sehr sie von Kontext, Perspektive und Auswahl bestimmt wird. Die beteiligten Künstler:innen arbeiten mit unterschiedlichen Medien und Ansätzen – von Malerei und Fotografie bis hin zu Installation, Video und experimentellen Formaten. Gemeinsam ist ihnen ein Interesse an dem, was sich zeigt, verschwindet oder bewusst entzogen wird. Seen / Unseen lädt dazu ein, genau hinzusehen – und zugleich das Unsichtbare mitzudenken.
Über den Künstler
Inspiriert von verschiedenen Orten und Erlebnissen fängt Jochen Ulmer Farben, Formen und sogar Düfte dieser Orte ein. Es ist offensichtlich, dass verschiedene Elemente dieser Erinnerungen unter dem meisterhaften Tanz des Pinsels des Künstlers wieder zum Leben erwachen und blasse Oberflächen weißer Leinwände in einladende Spielplätze menschlicher Erfahrungen und Ausdrucksformen kollektiver existenzieller Freude verwandeln. Durch die optische Täuschung tanzender Formen und Farben gelingt es dem Künstler, jenseitige Landschaften, fliegende Tanzflächen und verträumte Momente atemberaubender Festlichkeit zu schaffen. Er schafft es, nach diesen würzigen Momenten zu suchen, wie ein Kind, das die perfekte Kombination von Formen und Farben bei diesen kaleidoskopischen Festlichkeiten einfängt.
Nach der Fertigstellung eines neugeborenen Kunstwerks beginnt die Suche nach der nächsten Inspiration, genau wie die Suche nach einer neuen Liebe. Die beiden Prozesse der Suche nach Inspiration und Liebe sind ähnlich, sie können weh tun und einem den Schlaf rauben, führen sie ins Nichts, gefolgt von zahlreichen Schuldzuweisungen und Enttäuschungen. Ulmer betritt bewusst dieses Gebiet der gemischten Gefühle und schafft es schließlich, mit jedem neuen Gemälde eine spirituelle Blüte zu erleben. Ulmer weiß, dass Kreativität seine Liebe und sein Kreuz ist, und er stimmt demütig zu, dazu zu gehören. Die Leidenschaft für das Schaffen steht in Ulmers Leben.
Dr. Tamara Hovhannisyan, Galeristin und Poetin
Die Kompositionen oszillieren bewusst zwischen Andeutung und Auflösung, zwischen landschaftlicher Referenz und freier Abstraktion, wodurch ein spannungsreiches „Dazwischen“ entsteht, das den Betrachter aktiv in den Bildraum hineinzieht. Inhaltlich kreist Ulmers Werk um die Idee einer „Topografie der Erinnerungen“, in der äußere Naturerfahrungen in subjektive, vielschichtige Bewusstseinsräume transformiert werden. Gerade in der Balance zwischen analytischer Reflexion und intuitiver Offenheit liegt die besondere Stärke dieser Malerei."

Dr. Alexander Rácz, Kunsthistoriker
Foto: Juliane Ulmer
Über den Künstler
Für Jochen Ulmer, geboren 1968 in Stuttgart, sind Wissenschaft und Kunst untrennbar verbunden – zwei Seiten derselben Medaille, die gemeinsam das tiefere Verständnis unserer Existenz ermöglichen. Bereits früh faszinierte ihn die Frage, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Inspiriert von Goethes Faust und seiner tiefgehenden Beschäftigung mit Naturwissenschaften, schlug er zunächst eine Karriere als Wissenschaftler ein. Doch parallel zu seiner analytischen Arbeit entwickelte er eine intensive, emotionale Verbindung zur Kunst, die ihn nicht mehr losließ. Vor etwa 30 Jahren öffnete Jochen seinen ersten Kasten mit Ölfarben, ein Moment, der ihn nachhaltig prägte. Mit der Ölmalerei entdeckte er eine Ausdrucksform, die es ihm erlaubte, innere Bilder und Erinnerungen auf die Leinwand zu bannen. Diese tiefe Verbindung führte ihn dazu, eine eigene Technik zu entwickeln, die er „Topografie der Erinnerungen“ nennt. Hierbei kombiniert er expressive Farben mit Übermalungen, lässt alte Schichten sichtbar und schafft damit eine spannende Gratwanderung zwischen Abstraktion und Realität. Seine Werke sind visuelle Meditationen über Erinnerung, Geschichte und Identität, die Betrachtern ermöglichen, eigene Erfahrungen zu reflektieren und persönliche Bedeutung darin zu finden. Zahlreiche Ausstellungen, darunter eine bedeutende Einzelausstellung bei Stuttgart 2024, bekräftigten seinen Weg. Heute findet Jochen Ulmers Werk international Anerkennung und wird sowohl von Kunsthistorikern als auch Sammlern für seine kraftvolle und emotionale Ausdruckskraft geschätzt. Seine Gemälde, die bereits erfolgreich in Galerien vertreten sind, stehen für eine authentische Malerei, die tief aus der Seele kommt.
Jochen Ulmer lebt und arbeitet in Stuttgart.
© 2025 Jochen Ulmer. Alle Rechte vorbehalten